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Untersuchung der Handschrift — Persönlichkeitsdiagnostik mittels Graphologie

Die „Sinnerfassung der Bewegung im Schreibgeschehen sowie die des Schriftbildes und seiner Formen“ sind laut des Mediziners Dr. Rudolph Pophal die Basis der Handschriftanalyse. Im Rahmen der Handschriftinterpretation untersucht der Graphologe mittels gemessener oder geschätzter Schriftmerkmale

  • das Formbild
  • das Raumbild
  • das Bewegungsbild

auf der Basis von kinetischen, symbolischen und ausdruckswissenschaftlichen Interpretationsprinzipien. Am Ende des Prozesses wird die psychische Struktur des Schrifturhebers sichtbar. Beispiele finden Sie im Bereich Schriftanalysen.

Schreiben mit der Hand als komplexe menschliche Tätigkeit

ist ein erworbenes Wissen und Können. Erlernt wird die Handschrift durch die Nachbildung von vorgegebenen Buchstaben und Zahlen. Vom Schreibanfänger wird zunächst eine zweckmäßige Bewegungsmotorik und visuelle Kontrolle verlangt. Bei entsprechender Schreibübung wird die Schreibbewegung sicherer und rascher ausgeführt. Je nach individuellen Fähigkeiten im Rahmen der Automatisierung der Schreibbewegung und äußeren Einflüssen (beispielsweise Schreibgeräte und Schreibunterricht) kann sich die länderspezifische Schulschrift zur eigengeprägten Lebensschrift entwickeln, die weit entfernt ist von der einst schönen Schulschrift.

Es spielen neben der visuellen Kontrolle (verfügbarer Schreibraum) und der Schreibbewegungsmotorik (Positionierung von Fingern, Hand, Arm und Körper) auch die begriffliche Vorstellung von Worten (Orthographie, Inhalt) und der akustische Vorgang als inneres Mitsprechen und Hören während des Schreibens eine Rolle. Diese einzelnen Vorgänge müssen zugunsten des schnellen Reagierens im Gehirn jedoch nicht bewusst, sondern automatisch ablaufen. Je automatischer die Schreibbewegungen ablaufen, umso deutlicher wird die unbewusste, individuelle Motorik des Schreibers sichtbar. Diese individuelle Schreibgestik ist der Gegenstand der Schriftanalyse bzw. Graphologie.